Skip to main content
Home » Business Travel » VOM NISCHENSEGMENT ZUR EIGENEN ASSETKLASSE
Sponsored

25 Jahre Apartmentservice: Anett Gregorius über die Professionalisierung eines ganzen Segments

Anett Gregorius

Gründerin und Inhaberin
Apartmentservice

Frau Gregorius, Apartmentservice feiert 25 Jahre – was war der entscheidende Moment, in dem Sie erkannt haben, dass aus Ihrer Diplomarbeit über temporäres Wohnen wirklich ein Markt werden kann?

Den einen großen Aha-Moment im klassischen Sinne gab es gar nicht. Es war vielmehr ein sehr klarer Ruf aus dem Markt. Als ich mich 1998 im Rahmen meiner Diplomarbeit erstmals systematisch mit dem Thema Serviced Apartments beschäftigte, wurde mir schnell klar: Zwischen Hotellerie und klassischem Wohnen existierte ein wachsendes Segment, für das es zwar Angebot gab, aber keine klare Definition, keine Vergleichbarkeit und keine professionelle Struktur. Ende der 1990er Jahre sprach man von Boardinghäusern oder möbliertem Wohnen, ein Markt war das nicht. Genau diese Lücke war für mich der entscheidende Punkt. Ich habe kein fertiges Geschäftsmodell gesehen, sondern einen Bedarf. 1999 habe ich aufgrund von konkreten Beratungsanfragen direkt nach dem Studium gegründet, 2001 fiel dann die bewusste Entscheidung zur vollständigen Selbstständigkeit. Damals war es eine Vision. Heute ist es ein Markt mit Struktur und Relevanz. Genau dieser Weg macht das Jubiläum für mich so besonders.

Business-Reisende und MICE-Kunden gelten als besonders anspruchsvolle Gäste. Was macht Serviced Apartments für dieses Segment heute attraktiver denn je – und wo sehen Sie noch Potenzial?

Serviced Apartments treffen genau die Bedürfnisse, die für Business- und MICE-Reisende heute zählen: Flexibilität und Individualität, ein wohnliches Umfeld, die Möglichkeit zur Selbstversorgung, separate Arbeitsbereiche, Service im Baukastensystem und ein effizientes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade Letzteres ist relevanter denn je. Der VDR zählt für 2025 rund 116 Millionen Dienstreisen deutscher Unternehmen und damit deutlich mehr als im Vorjahr, gleichzeitig wird mit Blick auf die Budgets spürbar effizienter gereist. Unser Segment beantwortet diese Anforderung sehr gut, weil es lange wie kurze Aufenthalte abdeckt und sich flexibel skalieren lässt. Hinzu kommt die Resilienz, die sich spätestens in der Pandemie gezeigt hat. Potenzial sehe ich vor allem an der Schnittstelle von Business und Leisure. Erstmals buchen bei uns mehr Leisure- als Business-Gäste, die Grenzen verschwimmen. Wer es schafft, projektbezogene Aufenthalte, MICE-Verlängerungen und private Aufenthalte in einem standortspezifischen Konzept zusammenzubringen, statt auf reine Standardisierung zu setzen, hat hier noch viel Spielraum.

Die SO!APART Awards werden von einer hochkarätigen Jury aus Investment, Architektur und Geschäftsreise-Management bewertet. Was muss ein Konzept heute mitbringen, um wirklich zu überzeugen?

Ein Konzept muss vor allem authentisch und in sich stimmig sein und auf mehreren Ebenen funktionieren. Unsere Jury bewertet die Konzepte aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Das heißt: Ein gutes Design reicht nicht, wenn sich der Betrieb nicht trägt, und gute Zahlen reichen nicht, wenn das Nutzererlebnis nicht stimmt. Ein gutes Serviced-Apartment-Konzept verbindet die Privatsphäre und Flexibilität einer eigenen Wohnung mit den Annehmlichkeiten eines Hotels. Der Schlüssel liegt darin, die Bedürfnisse von Gästen zu verstehen, die typischerweise zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten bleiben.

Wenn Hotel gedacht wird und einfach eine kleine Küchenzeile ergänzt wird, funktioniert das Konzept in der Regel nicht. Serviced Apartments müssen funktionieren, das betrifft die Küche, den Stauraum, ein schnelles, stabiles WLAN, einen separaten Esstisch bzw. Arbeitsplatz, Schlafkomfort, aber auch den Wohnbereich mit einer individuellen Beleuchtung. Unsere Gäste schätzen ein durchdachtes Service-Angebot. Wahlfreiheit steht ganz klar vor überflüssigen Inklusivleistungen. Die digitale Customer Journey ist in modernen Konzepten essenziell. Besonders bei längeren Aufenthalten entsteht oft ein Bedürfnis nach sozialem Austausch. Gut gedachte Gemeinschaftsbereiche sind wesentlich für erfolgreiche Konzepte. All diese Aspekte prüft die Jury neben Standortwahl, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und erkennbarem Markenversprechen.

Der Markt wächst bis 2029 um rund 38 % – welche Rolle spielen dabei Geschäftsreise- und MICE-Konzepte, und was erwarten Corporate-Kunden heute von einem modernen Serviced Apartment?

Der Markt wächst angebotsseitig bis 2029 um rund 38 Prozent. Das starke Wachstum rührt vor allem aus einem starken Nachfrageüberhang. Dieser ruht auf einer breiten Basis, und die Geschäftsreise- und MICE-Nachfrage bleibt dabei ein stabiles Rückgrat, auch wenn Leisure aktuell den größeren Anteil ausmacht. Corporate-Kunden sorgen für planbare, oft längere Aufenthalte, etwa bei Projekteinsätzen, Relocations oder im Umfeld von Veranstaltungen. Getragen wird die Expansion zusätzlich von vollautomatisierten Konzepten und von der Konversion früherer Hotel- und Büroflächen, die schnell neue Häuser an den Markt bringt. Von einem modernen Serviced Apartment erwarten Corporate-Kunden heute vor allem Effizienz und Transparenz: reibungslose, digitale Buchungs- und Check-in-Prozesse, ein nachvollziehbares Preis-Leistungs-Verhältnis und verlässliche Qualität.

Gleichzeitig steigt der Anspruch an das Erlebnis vor Ort. Standardisierung allein genügt nicht mehr, gefragt sind standortspezifische Konzepte mit Charakter. Nachhaltigkeit ist im Corporate-Travel-Einkauf dabei ein wesentliches Entscheidungskriterium. Wer Effizienz, Flexibilität und Erlebnis verbindet, wird bei der Zielgruppe am meisten punkten.

Sie möchten mehr erfahren?

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.apartmentservice.de
www.apartmentservice-consulting.de

Next article