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Die BWI wurde 2006 als zentraler IT-Dienstleister der Bundeswehr von Siemens, IBM und der Bundeswehr gegründet, um die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik im IT-Projekt HERKULES neu aufzustellen, einem der größten IT-Konsolidierungs- und Modernisierungsprojekte Europas. Wir haben mit Katrin Hahn, Chief Resources Officer der BWI, darüber gesprochen, wie es gelingt, die komplexen Aufgaben und Herausforderungen zu meistern, und welche Rolle Vielfalt dabei spielt. 

Katrin Hahn

Chief Resources Officer und Mitglied der Geschäftsführung

BWI GmbH – © BWI

Frau Hahn, worauf legen Sie beim Gewinnen neuer Mitarbeiter den größten Wert?

Für unsere spannenden, sehr anspruchsvollen Aufgaben brauchen wir motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter*innen, die an der Zukunftsfähigkeit unseres Landes mitarbeiten möchten. Flexibilität und Kreativität sind dabei wichtig, manchmal auch ein langer Atem, um Veränderungen um- und durchzusetzen. 

Wie kann es gelingen, dass alle ihr Bestes geben – auch wenn sie grundverschieden sind? 

Vielfalt ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der BWI, der bei der Haltung aller Kolleg*innen und im gemeinsamen Miteinander beginnt. Man muss die Offenheit und auch die Bereitschaft dafür haben, verschiedene Sichtweisen und unterschiedliche Herangehensweisen zu akzeptieren, gemeinsam zu lernen. Deshalb haben wir diesen Punkt in unseren Prinzipien der Zusammenarbeit verankert. 

Als eine Voraussetzung, damit dies entstehen kann, bieten wir entsprechende Strukturen, die unterschiedliche Arbeits- und Lebensmodelle ermöglichen.

Warum ist Vielfalt für den Erfolg von Unternehmen so wichtig? Wie können Unternehmen von Vielfalt profitieren?

Unser sehr breites und komplexes Aufgabenspektrum kann man nur mit sehr unterschiedlichen Mitarbeiter*innen bearbeiten. Es braucht verschiedene Blickwinkel, Erfahrungshintergründe, Persönlichkeiten und manchmal auch einen Mix an Fachgebieten, um die Aufgaben bestmöglich zu lösen. Vielfalt sorgt für die Innovationskraft und die Produktivität, die wir haben und brauchen. 

Wie wird Vielfalt bei der BWI gelebt?

Vielfalt ist wie bereits erwähnt Teil unserer Prinzipien. Nehmen Sie beispielsweise unser Programm „Mission Vielfalt“. Mit diesem fördern wir gezielt interne Netzwerke mit ganz unterschiedlichen Themen, die z. T. aus Eigeninitiativen entstanden sind. Hier sind auch unsere Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verortet. Wir haben Mitarbeiter*innen aller Altersgruppen, wir bilden regelmäßig aus und engagieren uns für MINT-Berufe. 

In welche Richtung möchten Sie das Thema Vielfalt weiterentwickeln? Welche Maßnahmen ergreifen Sie dafür?

Vielfalt muss selbstverständlich werden. Wir haben die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet, eine Initiative der Bundesregierung, die auch nach außen das Zeichen setzt, dass wir uns zu dem Grundsatz „Diversität in der Arbeitswelt“ bekennen und uns in diesem Bereich weiterentwickeln wollen. Wir bauen z. B. ein MINT-Botschafter-Netzwerk außerhalb der BWI auf, nehmen am Girls-Day und speziellen Kongressen für „Frauen in der IT“ oder auch dem CSD teil, um dort sichtbar zu werden, wo wir es bislang vielleicht noch nicht sind. So wollen wir vielfältige Mitarbeiter*innen auf uns aufmerksam machen. Intern arbeiten wir kontinuierlich an der Flexibilisierung unserer Strukturen und Prozesse sowie an konkreten Angeboten wie generations- und fachübergreifendem Mentoring. 

Wenn Sie in die Zukunft sehen – welche Vision haben Sie für die BWI? 

Wir möchten der modernste Arbeitgeber im öffentlichen Sektor werden, der als IT-Systemhaus der Bundeswehr die Zukunftsfähigkeit unseres Landes entscheidend mitgestaltet. Dafür brauchen wir ein vielfältiges und hoch motiviertes Team.

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Diversity Management

Wussten Sie schon früh, dass Sie sich für eine technische Ausbildung entscheiden?

Alexandra Seregely: Mathe und Physik waren in der Grundschule meine Lieblingsfächer. Auch mein Vater war bereits Elektrotechniker. Die reine Physik war mir jedoch nicht spezifisch genug. Ich brauchte „etwas Handfestes“. Mich faszinierte daher sehr bald das Thema Energie. Aufenthalte in Entwicklungsländern, wo Menschen ohne Energieversorgung leben, bestärkten mich darin.

Rebekka Beißel: Lustigerweise war es bei mir ähnlich. Mit denselben Interessen in der Schule und einem Vater, der aus der gleichen beruflichen Richtung kommt. Es macht deshalb Spaß, sich auch im Elternhaus über das Thema auszutauschen. Mich reizte vor allem die Windenergie. Deshalb habe ich mich auch in meiner Masterarbeit darauf spezialisiert.

Bei den erneuerbaren Energien gibt es noch viel zu entdecken.

Welche weiteren beruflichen Ziele haben Sie?

Rebekka Beißel: Meine Arbeit ist zurzeit sehr abwechslungsreich. Ich will erstmal ankommen. Bei den erneuerbaren Energien gibt es noch viel zu entwickeln. Ich habe aber keinen festen Plan für die nächsten zehn Jahre.

Alexandra Seregely: Als Berufseinsteigerin will ich auch erst Erfahrungen sammeln und eine gute Basis und Ausbildung genießen. Dann wird man sehen.

Wie erleben Sie die Energiebranche, die nach wie vor von Männern dominiert ist?

Alexandra Seregely: Wir kennen es bereits aus dem Studium, das dort nur zehn Prozent Frauen vertreten waren. Aber selbst Professoren waren stolz, wenn in ihren Vorlesungen viele Studentinnen saßen. Bei einem Bewerbungsgespräch wurde ich mal wortwörtlich gefragt, ob ich „Probleme mit Männern hätte”. Auch die Personalerin wies daraufhin, dass Frauen geschickter um das Gehalt verhandeln müssten. Offensichtlich war das noch ein Thema in dieser Firma.

Die reine Physik war mir jedoch nicht spezifisch genug.

Rebekka Beißel: Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht. Dennoch ist es wichtig, dass noch mehr Frauen in den technischen Berufen tätig sind. In unserem Team ist der Anteil von weiblichen und männlichen Kollegen fast gleich. Das Geschlecht spielt da überhaupt keine Rolle. Jeder hat seine Aufgaben. Es zählen die Stärken und Schwächen des jeweiligen Menschen. Damit fühlen sich alle wohl.

Was muss sich ändern, damit sich die Frauenquote in den Firmen erhöht?

Rebekka Beißel: Als wir studiert haben, gehörten wir noch zu den zehn Prozent Frauen. Diese Zahl hat sich an der Uni eindeutig gesteigert. Dort gibt also schon eine positive Entwicklung.

Alexandra Seregely: Ich glaube, dass Image eine große Rolle spielt. Das fängt schon bei der Wortwahl an. Ein Jahr nach meinem Abschluss in Stuttgart wurde dort das Fach „Erneuerbare Energien” eingeführt. Plötzlich gab es einen Frauenanteil von 60 Prozent. Ob deren Interesse nun diesem Thema galt oder die Bezeichnung positiv wirkte, weiß ich nicht. Inhaltlich lernen sie in den Grundlagen jedoch eine Mischung aus Elektrotechnik und Maschinenbau. Das unterscheidet sich kaum von meinem Lernstoff im Bachelor in Elektro- und Informationstechnik.

Rebekka Beißel: Erzähle ich von meinem Beruf, höre ich oft von Frauen „oh, das ist aber ganz viel Mathe“. Genau dieses Fach mochte ich aber. Bei Jungen wird das Interesse an Naturwissenschaft eher vorausgesetzt. Wenn Mädchen Mathematik nicht verstehen, wird das auch in der Schule zu schnell als natürlich angesehen. Ansetzen muss man deshalb sicher an den veralteten Rollenbildern in den Köpfen der Menschen.

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