Technische Berufe zählen zu den zukunftssichersten Arbeitsfeldern, dennoch sind Frauen im MINT‑Bereich weiterhin unterrepräsentiert. Warum frühe Förderung, Ausbildung und gezielte Investitionen entscheidend sind, erläutert Marion Wikenhauser, Geschäftsführerin ABB Ausbildungszentrum gGmbH, im Interview.

Frau Wikenhauser, in technischen Berufen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
Viele Weichen werden sehr früh gestellt, zu Hause und in der Schule. Noch immer begegnen Mädchen dort subtilen Botschaften, was „typisch“ für sie sei und was nicht. Technik gilt häufig als kompliziert oder männlich geprägt. Das hält viele davon ab, sich überhaupt auszuprobieren. Dabei erleben wir immer wieder: Wenn Mädchen früh und praxisnah mit Technik in Berührung kommen, ist das Interesse sofort da.
Was heißt frühe Förderung konkret?
Es geht darum, Neugier zuzulassen und Mut zu machen. Kinder sollten unabhängig vom Geschlecht ermutigt werden, Dinge auseinanderzunehmen, Fragen zu stellen, zu experimentieren. In der Schule braucht es realistische Einblicke in Berufe, nicht nur abstrakte Informationen. Deshalb engagieren wir uns stark in der Berufsorientierung, gehen in Schulen und holen Schülerinnen und Schüler auch zu uns.
Technik wird greifbar, wenn man sie erlebt.

ABB setzt dabei gezielt auf Programme für Mädchen. Warum ist das wichtig?
Weil gleiche Chancen nicht automatisch entstehen. Initiativen wie girlsatec schaffen Räume, in denen Mädchen Technik ohne Vorurteile kennenlernen können. Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen: Vielfalt endet für uns nicht beim Geschlecht. Wir wollen grundsätzlich Zugänge zu technischen Berufen öffnen – unabhängig von Herkunft, Bildungsweg oder persönlichen Voraussetzungen. Weibliche Vorbilder zeigen dabei, dass ein technischer Beruf kein Ausnahmeweg ist, sondern eine ganz normale, attraktive Option. Solche Erfahrungen wirken oft nachhaltiger als jede Broschüre.
Welche Rolle spielt dabei die Ausbildung?
Eine sehr große. Wir müssen weg von der Vorstellung, dass nur ein Studium zum Erfolg führt. Ausbildung und duales Studium sind gleichwertige Bildungswege mit unterschiedlichen Stärken. Gerade in technischen Berufen bietet die Ausbildung einen sehr praxisnahen Einstieg und exzellente Entwicklungsmöglichkeiten. Viele Führungs- und Spezialistenkarrieren beginnen genau dort. Das wird gesellschaftlich noch immer unterschätzt.

Warum ist das Thema auch wirtschaftlich relevant?
Der Fachkräftemangel wird sich weiter verschärfen. Wenn wir das Potenzial von Frauen im MINT‑Bereich nicht besser nutzen, schwächen wir unsere Innovationskraft. Für mich ist das keine Frage von Image oder Quote, sondern von Zukunftsfähigkeit.
Wer Technik gestalten will, braucht Vielfalt – in den Perspektiven, in den Erfahrungen und in den Lebenswegen.

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Über ABB
ABB ist ein führendes Technologieunternehmen in den Bereichen Elektrifizierung und Automation, das eine nachhaltigere und ressourceneffizientere Zukunft ermöglicht. Durch die Verbindung von technischer Expertise und Digitalisierung sorgt ABB dafür, dass Industrien hohe Leistungen erbringen und gleichzeitig effizienter, produktiver und nachhaltiger werden, um ihre Ziele zu übertreffen. Bei ABB nennen wir das «Engineered to Outrun».
Ausbildung bei ABB
Ausbildung ist für ABB eine strategische Zukunftsinvestition. Deutschlandweit bildet das Unternehmen rund 1.350 Auszubildende aus und bietet an fünf Ausbildungsstandorten rund 30 Ausbildungsberufe und duale Studiengänge an. Moderne Ausbildungsinhalte, praxisnahe Lernformate und Initiativen wie girlsatec fördern gezielt junge Menschen und eröffnen insbesondere Frauen den Einstieg in technische Berufe. Über die Verbundausbildung nutzen zudem mehr als 200 Partnerunternehmen die Ausbildungsinfrastruktur von ABB.