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THE FUTURE OF WORK

Bei KI kommt es auf die Menschen an

Foto: Unsplash, Igor Omilaev

Adél Holdampf-Wendel, Bereichsleiterin „Future of Work“ und Arbeitsrecht beim Digitalverband Bitkom, gibt Impulse, wie die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz der Zukunft aussieht.

Adél Holdampf-Wendel

Bereichsleiterin Future of Work und Arbeitsrecht, Bitkom e. V.

Die Lage in Unternehmen

Wenn Meetings sofort nach dem Ende schon protokolliert sind oder Rechnungen in der Buchhaltung ohne menschliches Zutun der richtigen Kostenstelle zugeordnet werden, dann steckt dahinter meistens Künstliche Intelligenz. Kaum eine Technologie hat sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt wie KI – und wird so positiv gesehen. Fast drei Viertel der Menschen in Deutschland sehen in KI eher Chancen als Risiken. In den Unternehmen ist die Richtung noch deutlicher: 8 von 10 sind überzeugt, dass KI die wichtigste Zukunftstechnologie ist. Und inzwischen nutzt immerhin jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) KI, vor einem Jahr waren es erst 20 Prozent. Weitere 47 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz.

Fast zwei Drittel der Unternehmen glauben, dass KI ihre Beschäftigten bei Routineaufgaben entlasten wird, 44 Prozent erwarten einen deutlichen Produktivitätsgewinn. Im Büroalltag übernimmt die KI in Kombination mit Robotic-Process-Automation-Systemen Dateneingaben, Rechnungsverarbeitung oder die Weiterleitung von Informationen. Dokumente werden automatisch gelesen, strukturiert und weiterverarbeitet. Intelligente Assistenten, oft „Copilot“ genannt, schreiben Textentwürfe, fassen Besprechungen zusammen oder organisieren Termine. Aber auch in der Industrie kommt KI zum Einsatz. Sie erkennt Qualitätsmängel in Echtzeit, ermöglicht vorausschauende Wartung von Maschinen und hilft, Energie effizienter zu nutzen.

So können Unternehmen KI sinnvoll nutzen

Damit KI ihre Wirkung entfalten kann, brauchen Unternehmen gut aufbereitete Daten und ausreichende Rechenleistung. Das steht meistens auch auf der Agenda der Verantwortlichen. Ein dritter Punkt ist aber mindestens ebenso wichtig: qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die europäische KI-Verordnung verlangt von allen Unternehmen, die KI einsetzen, dass beteiligte Personen über ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ verfügen. Doch bislang wurden nur 20 Prozent der Berufstätigen von ihrem Arbeitgeber im KI-Einsatz geschult, 70 Prozent erhalten gar keine Fortbildungen. Gleichzeitig nutzen viele Beschäftigte private KI-Anwendungen längst auch für berufliche Aufgaben.

Für Unternehmen heißt das: Sie müssen systematisch in KI-Kompetenzen investieren. Mit Grundlagenschulungen, die Funktionsweise, Chancen und Risiken erklären, mit zielgruppenspezifischen Modulen etwa für IT, Personal, Marketing oder Rechtsabteilung und mit kontinuierlichen, niedrigschwelligen Weiterbildungs-Formaten, zum Beispiel kurzen Lernvideos oder informellem Peer-Learning. So entsteht eine Lernkultur, dank der Mitarbeitende KI souverän und verantwortungsvoll einsetzen.

Klar ist: KI wird die Arbeitswelt tiefgreifend verändern

Berufsbilder wandeln sich, neue Tätigkeiten entstehen, andere Aufgaben entfallen. Für einen alternden Arbeitsmarkt wie den deutschen ist KI eine enorme Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Generative KI wird sich als Standardwerkzeug in allen Unternehmensbereichen etablieren. Der nächste Schritt sind KI-Agenten: autonome oder halbautonome Programme, die mehrstufige Aufgaben selbstständig planen und ausführen. Sie werden sich von Werkzeugen zu digitalen Teammitgliedern entwickeln, die in Multi-Agenten- Systemen gemeinsam mit Menschen komplexe Prozesse steuern. Entscheidend ist, wie wir diese Technologie gestalten.

„Future of Work“ heißt deshalb nicht entweder KI oder Mensch, sondern KI und Mensch.

Weitere Informationen unter:

Kontakt Bitkom e. V.
Hauptgeschäftsstelle Berlin
Albrechtstraße 10, 10117 Berlin-Mitte
Postfach 640144 (10047 Berlin)
Mail: [email protected]
Tel: +49 30 275 76 0

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