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«Frauen investieren erfolgreicher als Männer.»

Wie kann ich als Laie dem Thema Geldanlagen näherkommen und eine finanzielle Abhängigkeit von meinem Partner verhindern?

Der erste und wichtigste Schritt ist, sich ernsthaft mit dem Thema zu befassen und seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Viele Frauen verlassen sich bei Geldfragen auf ihren Mann. Fakt ist aber: Männer überschätzen sich häufig und treffen dadurch öfter Fehlentscheidungen. Frauen investieren zwar seltener, dafür aber erfolgreicher als Männer. Einen ersten Überblick über passende Anlageformen und Angebote kann man sich einfach online verschaffen. Sparerinnen können sich dann eine kleine Liste mit ToDos erstellen, wie bspw. einen Termin beim Finanzberater zu vereinbaren oder die Unterlagen zur Altersvorsorge zu checken. Es kann helfen, sich dann eine klare Deadline zu setzen, zu der man die ToDos umgesetzt haben möchte.

Wann ist der richtige Zeitpunkt und der richtige Lebensabschnitt, um sich um seine Geldanlage zu kümmern? Was sind die ersten Schritte?

Mit der Geldanlage sollte so früh wie möglich begonnen werden, also sobald ein regelmäßiges Einkommen erzielt wird. Das kann vor dem Berufseinstieg auch schon durch Nebenjobs während des Studiums oder der Schule der Fall sein. In meinem Bekanntenkreis höre ich oft „Ich hab‘ ja gar kein Geld, das ich anlegen könnte.“ Bei einigen Anbietern, wie auch bei VisualVest, kann aber schon ab 25 € Sparsumme pro Monat investiert werden. Der erste Schritt: Sich Gedanken darüber machen, welche Summe gespart und wie lange das Geld angelegt werden kann. Spare ich fürs Alter, kommen andere Geldanlagen in Frage, als wenn ich Geld für den nächsten Urlaub zurücklege.

Sollte ich alles selbst machen oder kann ich mir Unterstützung für meine Geldanlage holen?

Natürlich kann man sich Unterstützung holen, wenn man bspw. zu wenig Zeit hat oder lieber auf den Rat eines Experten vertraut. Dafür können Sparerinnen ganz klassisch mit einem Bankberater sprechen oder einen unabhängigen Honorarberater beauftragen. Allerdings kann eine solche Beratung teuer werden, zudem schränken die Öffnungs- bzw. Beratungszeiten ein. Wer bei der Geldanlage flexibel sein möchte, kann sich auch online Unterstützung holen und sein Geld bei einem digitalen Vermögensverwalter anlegen.

Was sind die Vorteile einer digitalen Geldanlage und welche Vorteile hat sie speziell für Frauen?

Ein digitaler Vermögensverwalter schlägt eine Geldanlage vor, die zu den eigenen Lebensumständen und Risikoneigungen passt. Dafür machen Sparerinnen einfach online ein paar Angaben zu ihrem verfügbaren Einkommen, der Sparsumme und dem Anlagezeitraum. Es kann dann direkt online ein Depot eröffnet und mit dem Sparen begonnen werden. Die Geldanlage hat man per App im Blick und kann jederzeit Geld ein- oder auszahlen oder Sparraten anpassen. Viele Frauen trauen sich einem Finanzprofi gegenüber nicht, offen zu sprechen und Fragen zu stellen. Bei der digitalen Geldanlage können sie sich ganz anonym und unverbindlich einen Anlagevorschlag erstellen lassen, Fragen aber jederzeit online oder auch per Telefon klären.

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Das Fondsstandortgesetz: Bringt es die erhofften Impulse?

Am 20. Januar hat die Bundesregierung den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des deutschen Fondsstandortes (FoG) verabschiedet. Das Gesetz dient der Umsetzung von EU-Vorgaben zum grenzüberschreitenden Vertrieb von Investmentfonds sowie der Verankerung europäischer ESG-Informationspflichten. Der Gesetzgeber hat diese Verpflichtung zum Anlass genommen, eine Reihe von weiteren Maßnahmen auf den Weg zu bringen, durch die der deutsche Fondsstandort gegenüber Standorten wie z. B. Luxemburg wettbewerbsfähiger gemacht werden soll.

Jochen Schenk

Vizepräsident des ZIA,
Vorstandsvorsitzender Real I.S. Group

Im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), dem Rahmenregelwerk für Auflage und Verwaltung von Investmentfonds, sollen durch gezielte Anpassungen Fondsstrukturierung, -dokumentation und Berichterstattung erleichtert werden. Daneben sollen Schriftformerfordernisse aufgehoben und perspektivisch auf die elek-tronische Kommunikation mit der BaFin umgestellt werden. All das lässt sich hören, wirklich interessant wird es allerdings erst bei den Fondsvehikeln. Der Gesetzgeber spricht von einer Erweiterung der Produktpalette und führt verschiedene neue Fondsvehikel ein, darunter das Infrastruktur-Sondervermögen, das zukünftig als offener Publikums-AIF aufgelegt werden kann. 

Geschlossene AIF, die in Immobilien und andere Sachwerte investieren, können bisher nur als Investmentkommanditgesellschaft (InvKG) oder Investmentaktiengesellschaft aufgelegt werden. Durch das FoG soll ihnen zukünftig auch das Sondervermögen und damit eine bis-her nur für offene AIF zugängliche Rechtsform zur Verfügung stehen. Die Einführung der neuen Rechtsform, die auf eine Idee des ZIA zurückgeht, darf als Paradigmenwechsel verstanden werden, wenngleich das geschlossene Sondervermögen im Regierungsentwurf bisher auf das Segment der Spezial-AIF beschränkt bleibt. Mit Blick auf das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren sollte die neue Rechtsform auf geschlossene Publikums-AIF ausgedehnt werden. So benötigt der in den letzten Jahren stark rückläufige Markt (prospektiertes Fondsvolumen 2019 ca. 1,5 Mrd. Euro gegenüber knapp 10 Mrd. Euro 2012) dringend neue Impulse. Für den Retail-Bereich verspricht das Sondervermögen gegenüber dem KG-Modell Verschlankungen für Auflage, Verwaltung und Vertrieb und könnte zudem auch in Sachen Digitalisierung und Anlegerakzeptanz punkten. Dass Privat-anleger händeringend nach alternativen Anlagemöglichkeiten suchen, dürfte ohnehin für eine Erstreckung auf das Publikums-Segment sprechen.

Aber auch für den an institutionelle Anlegergruppen gerichteten Spezial-AIF dürfte das neue Vehikel ein Gewinn sein: So kann zukünf-tig die schlanke Rechtsform des Sondervermögens mit den liberalen Produktregelungen des geschlossenen Spezial-AIF kombiniert werden. Um das Produkt attraktiv zu machen, bedarf es allerdings noch Anpassungen im Investmentsteuerrecht, durch die die steuerliche Transparenz wie für offene Spezial-AIF möglich wird. Auch hieran sollte im weiteren Gesetzgebungsverfahren unbedingt gearbeitet werden.

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