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MUTIG IN DIE UNTERNEHMENSZUKUNFT

Foto: Shutterstock, 2436256385

Hans-Jürgen Wolter…

…ist Projektleiter im Institut für Mittelstandsforschung.
Er beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren u. a. mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung von kleinen und
mittleren Unternehmen.

Im ersten Halbjahr 2026 haben trotz der vielen aktuellen Herausforderungen über 53.500 Personen ein Unternehmen mit einem Handelsregister-, einem Handwerksrolleneintrag oder mindestens einem Beschäftigten gegründet. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten in 2025 waren dies rund 1.500 Unternehmen mehr.

Im Gegensatz zu Nebenerwerbs- oder Kleingewerbegründungen ist der Start von Unternehmen mit einem Handelsregister- bzw. einem Handwerksrolleneintrag für die deutsche Volkswirtschaft bedeutsam, da hierdurch meist neue Arbeitsplätze entstehen.

Um einige konkrete Zahlen zu nennen: In 2024 waren in Deutschland 54,4 % aller abhängig Beschäftigten und 68,4 % aller Auszubildenden in den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) beschäftigt. Insgesamt erwirtschafteten die 3,52 Millionen KMU 28,6 % des gesamten Umsatzes. Mit anderen Worten: Einzelne Unternehmen mögen klein sein und auch nur die Inhaberin oder den Inhaber ernähren, zusammen sind die kleinen und mittleren Unternehmen für eine Volkswirtschaft wie Deutschland unentbehrlich.

Gleichwohl darf man auch nicht verhehlen, dass jede zweite Existenzgründung die ersten 5 Jahre nicht übersteht. Nach Untersuchungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn waren unter denjenigen Unternehmen, die beispielsweise 2017 gegründet wurden, nach einem Jahr nur noch 74 % am Markt aktiv. Mit jedem weiteren Jahr sank die Überlebensrate kontinuierlich: Nach 5 Jahren betrug sie weniger als 34 % bei den Gründungen ohne Beschäftigten und knapp 50 % bei Unternehmen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Studien des IfM Bonn belegen jedoch auch, dass Unternehmen mit einem robusten Geschäftsmodell und einer guten Kapitalausstattung krisenhafte Situationen besser überstehen als Unternehmen ohne diese Voraussetzungen. Die Resilienz eines Unternehmens hängt aber auch vom Verhalten der Inhaberin bzw. des Inhabers vor und während einer Krise ab. Dies gilt umso mehr, je kleiner und jünger Unternehmen sind. Als Resilienz fördernd gelten dabei sowohl persönliche Erfahrungen im Zuge früherer Krisenbewältigungen als auch persönliche Eigenschaften wie Optimismus, hohe Eigenverantwortung und ein hohes Problemlösungsverhalten.

EINZELNE UNTERNEHMEN
MÖGEN KLEIN SEIN UND
AUCH NUR DIE INHABERIN
ODER DEN INHABER
ERNÄHREN, ZUSAMMEN
SIND DIE KLEINEN
UND MITTLEREN
UNTERNEHMEN FÜR
EINE VOLKSWIRTSCHAFT
WIE DEUTSCHLAND
UNENTBEHRLICH.

So überstanden nicht nur in der jüngsten Vergangenheit diejenigen Unternehmen Krisen am besten, deren Inhaberinnen und Inhaber sich auf die jeweilige Situation einließen und flexibel nach neuen unternehmerischen Wegen suchten, sondern zu früheren Zeiten auch Gründungen, die heute Weltkonzerne sind: Werner Siemens und Johann Georg Halske starteten mit dem Bau von Telegrafen, Robert Bosch mit der Installation von Telefonanlagen und elektrischen Klingeln.

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