
Prof. Dr. Arno Weber
Professor für Arbeits- und Gesundheitsschutz an der Hochschule Furtwangen
Viele denken, das Arbeiten von zu Hause ist super bequem und gesund, man kann sich ja jederzeit auch auf das Sofa legen oder die Füße bei der aktuellen Hitzewelle ins kalte Wasser stellen. Klar, das sind alles Vorteile, doch nicht alles was im Homeoffice getrieben wird, ist auch gesund.
Grundsätzlich gelten auch im Homeoffice die Gesetzmäßigkeiten der Ergonomie. D.h. vor allem, dass auf die richtige Positionierung und Aufstellung des Computers und Bildschirms, auf den Lichteinfall und auf die Sitzposition geachtet wird. Bei Verwendung eines Laptops sollte zu Hause externe Geräte (Monitor, helle Tastatur, Maus) angeschlossen werden. Wer Zeitung liest, kann Nachvollziehen was der Kernarbeitsbereich ist, in dem die wesentlichen Tätigkeiten durchgeführt werden können. Die aufgeschlagene Zeitung beim Lesen entspricht dem ziemlich gut. Das Licht sollte blendfrei und reflexfrei auf den Arbeitsplatz eintreffen, der Stuhl sollte eine dynamische Rückenlehne haben. Wer mehr zur Ergonomie des Homeoffice erfahren möchte, dem sei das Buch von Werner, Hansen-Uffenorde, Fuchs, Mayer (Hrg.): Büro ist in der kleinsten Hütte, ISBN 978-3-931309-14-5, empfohlen.
Neben diesen ergonomischen Grundvoraussetzungen gilt es im Homeoffice auch noch an andere Dinge zu denken: Im Umfeld des Beschäftigten sollten natürlich so wenig wie möglich Ablenkungen zu zusätzlichen, vor allem psychischen Belastungen führen. Der Bewegungsmangel kann durch Kurzpausen oder gar bewegte Pausen kompensiert werden. Das ist natürlich während einer hybriden Online-Konferenz schwierig, weil man auf dem Arbeitsplatz vor der Kamera beschränkt ist. In solchen Besprechungen ist es daher nicht nur wegen eines Toilettengangs („Biopause“) notwendig, kleine Breaks einzulegen. Und auch die Ernährung kann eine Rolle spielen. Ein Apfel statt eines Schokoriegels befriedigt auch den kleinen Hunger zwischendurch.
Da sehr vieles zu Hause außerhalb direkter Einflussnahme des Unternehmens geschieht, kommt es darauf an, das Bewusstsein für ergonomisches und damit gesundes Arbeiten in den Köpfen der Beschäftigten zu verankern. Hierzu müssen nicht nur Unterweisungen stattfinden, es sollten auch Ansprechpartner des Arbeitsschutzes (Betriebsarzt/ärztin und Fachkraft für Arbeitssicherheit) und eine gute IT-Abteilung für Rechnerprobleme zur Verfügung stehen.
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