VDSI – Stark für Sicherheit. Kompetent für die Zukunft.
Sie gestalten hybride Arbeitswelten und wollen Sicherheit und Gesundheit im Unternehmen gezielt voranbringen? Im VDSI vernetzen sich Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen, teilen Erfahrungen und entwickeln praxisnahe Lösungen – auch für mobiles und hybrides Arbeiten. Profitieren Sie von unseren Regionen und Fachbereichen, Fachveranstaltungen und Webseminaren, anerkannten VDSI-Weiterbildungspunkten sowie aktuellen Informationen zu Technik, Recht und Best Practice.

Prof. Dr. Arno Weber
Arbeits- und Gesundheitsschutz Hochschule Furtwangen, Studiengang Security & Safety Engineering, Leiter des VDSI Fachbereichs Studierende
Schön schauen Sie aus, die Bilder von den neuen Bildschirmarbeitsplätzen, auf Couches, in Modulcontainern oder an tollen aufgeräumten Desk-Sharing Arbeitsplätzen. Noch schöner sind dann die Bilder von mobilen Arbeitsformen im Homeoffice oder gar am Urlaubsort am Strand. Und dass diese Bilder nicht irgendwelchen Hochglanzprospekten entnommen wurden, kann jeder aus den Teilnahmen an Video-Konferenzen berichten.
Doch Vorsicht! Was auf den ersten Blick beeindruckt, ist bei genauerem Hinsehen dann doch etwas komplizierter. Es stellt sich vor allem die Frage, wie diese Arbeitsformen gestaltet werden können, damit nicht mit Schäden für die Gesundheit, insbesondere langfristigen, gerechnet werden muss, sondern vielmehr ein positiver Effekt auf die einzelne Person entsteht.
Mischungen aus Büro- und mobiler Bildschirmarbeit werden als hybride Mischungen bezeichnet
Nach der Pandemie in der Wahrnehmung zurückgegangen ist die sogenannte Telearbeit im Sinne des Arbeitsstättenrechts (§ 2, Abs. 7 ArbStättV), bei der die Frage der (gesunden) Einrichtung in Form einer schriftlichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten geregelt ist. Die Büroarbeit ist weitgehend geregelt bzw. es gibt ausreichende Empfehlungen zur gesunden Arbeit.
Arbeitet jemand im häuslichen Umfeld, ist es ratsam, dass der Arbeitsplatz sinnvoll eingerichtet wird
Dazu gehört neben einem Laptop (mit matter Monitoroberfläche) sowohl technisches Inventar (externe helle Tastatur, externe Maus, ggf. externer Monitor, Dockingstation, Internetanschluss, etc.) als auch Mobiliar (Rolldrehstuhl mit dynamisch einstellbarer Sitzlehne, in der Höhe angepasster, ausreichend großer Schreibtisch, Beleuchtung, Blendschutz am Fenster, etc.).
Zudem sollte der Arbeitsbereich möglichst störungsfrei sein. Auf der Verhaltensebene sollte spätestens nach einer Stunde eine kurze Bewegungspause eingelegt werden. Der Gefahr einer Entgrenzung von Arbeit und Privat sollte zudem durch klare Festlegungen auch mit der Familie entgegengewirkt werden.
Zusätzlich sollten Regelungen zur Arbeitszeiterfassung und zum Datenschutz getroffen werden. Zum Beispiel durch Aktivieren des Sperrbildschirms durch Drücken der Windows-Taste und des Buchstaben „L“.
Für den Teamzusammenhalt ist es förderlich, wenn die Bürozeiten mit den Kolleginnen und Kollegen koordiniert sind – damit man sich auch in der Kaffeepause im Büro treffen kann. Führungskräfte können hier steuernd eingreifen. Diese Pausen sind alles andere als Zeitverschwendung.
Führungskräfte sollten zudem zum Thema gesundes Führen qualifiziert werden, gerade bei hybriden Arbeitsplätzen wichtiger denn je.
Bei der mobilen Arbeit unterwegs sind pauschale Empfehlungen schwierig. Klar ist, dass man möglichst in Analogie zu den Standard- Empfehlungen für Bildschirmarbeit agieren sollte. Das gelingt vielleicht noch im Hotelzimmer. Aber spätestens im Zug wird es schwierig. Solche Arbeitsbedingungen sollten so gering wie möglich gehalten werden. Hier kommt es vor allem darauf an, dass in den Köpfen der Mitarbeitenden die Empfehlungen für gesundes Arbeiten verankert sind, das kann durch Unterweisungen geschehen aber z. B. auch durch eine Ergonomieberatung. Und auch das ist gesundheitsförderlich: eine gute IT-Abteilung, die stets ansprechbar ist, wenn der Rechner mal wieder nicht das macht, was er soll.




