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Diversity Management

Erfolgsfaktor Vielfalt

Foto: @instagram.com/riccardosimonetti

Der Entertainer, Autor, Moderator und Aktivist Riccardo Simonetti präsentiert sich, wie er ist – und ist damit nicht nur ein Vorbild, sondern auch sehr erfolgreich. Im Interview verrät er, woraus er Kraft schöpft und wie wichtig Vielfalt für die Gesellschaft ist, auch für den Erfolg von Unternehmen. 

Riccardo Simonetti

Foto: Max Menning

Riccardo, du hast sehr jung begonnen, deinen eigenen Stil zu leben – was war der Auslöser?

Wenn man sich schon früh mit der Frage beschäftigen muss, ob man lieber man selbst ist oder sich verleugnet, um anderen zu gefallen, dann macht das etwas mit einem. War man einmal man selbst, will man nichts anderes mehr sein.

Was hat dir die Kraft gegeben, mutig zu sein?

Ich habe mir mit Popkultur eine Welt gebaut, in die ich gehen konnte, wenn mir die Realität nicht gefallen hat. Die Entertainment-Branche war ein Ort, an dem ich für die Eigenschaften geschätzt werde, für die man mich woanders kritisiert. 

Das war sicher immer wieder auch anstrengend, besonders zu Anfang. Wann hast du gemerkt, dass es sich lohnt?

Ich bin als Person bei einigen angeeckt, habe aber andererseits auch unglaubliche Menschen angezogen. Zu meinen Freund*innen aus der Schule habe ich bis heute ein großartiges Verhältnis. Es lohnt sich, wenn man immer zu sich steht, weil es bedeutet, dass man genau solche Menschen in sein Leben holt. 

Versuche es nicht allen recht zu machen und gehe deinen eigenen Weg!

Riccardo Simonetti

Ist Anderssein auch etwas, das Menschen erfolgreich machen kann? 

Ich denke, bis es so weit ist, gilt es erst einmal, die vielen verschlossenen Türen zu öffnen, die nur deshalb verschlossen sind, weil man anders ist als die Mehrheit. Gelingt einem diese sehr komplexe Aufgabe hin und wieder, dann kann es dafür sorgen, dass die Position, die man sich erarbeitet hat, stabiler ist als vielleicht bei anderen.  

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Wie profitiert die Gesellschaft von Vielfältigkeit?

Vermutlich denken viele, sie hätten mit dem Begriff „Vielfalt“ nichts zu tun, weil sie meinen, dass es sie selbst nicht betrifft. Aber wir werden alle älter und verschwinden dann aus dem Mittelpunkt der Gesellschaft. Spätestens dann werden die eigenen Bedürfnisse nicht mehr überall bedient und man ist froh, aktiv an einer Gesellschaft mitgearbeitet zu haben, die das Individuum schätzt und Rücksicht nimmt. 

Ist Vielfalt auch ein Erfolgsfaktor auf beruflicher Ebene bzw. für Unternehmen?

Absolut. Eine vielfältige Gesellschaft abzubilden und dadurch auch neue Zielgruppen zu erschließen, ist meiner Meinung nach der Maßstab für ein modernes Unternehmen. Das bedeutet aber auch, die Dinge richtig anzugehen und Diversität nicht nur vor der Kamera, sondern auch innerhalb der Teams einzubinden. 

Foto: instagram.com/riccardosimonetti

Stereotype und Vorurteile sind immer noch weitverbreitet. Menschen haben Erwartungen an andere Menschen, wie sie oder eine Gruppe von Menschen zu sein hat. Woran liegt das aus deiner Sicht?

Wir alle sind in einer Gesellschaft mit stereotypen Identifikationsfiguren aufgewachsen. Die Geschichten, die uns geprägt haben, waren eben nicht divers, sondern wurden meist von einer Sorte Mensch erzählt. Das hat seine Spuren hinterlassen. Auch innerhalb der Communitys selbst. 

Ich finde, die Medien haben nun die Verantwortung und die Pflicht, mit derselben Radikalität, mit der sie uns vorgemacht haben, nur ein Ideal wäre richtig, auch andere Ideale zu thematisieren. 

Wie kann es gelingen, Stereotype aufzubrechen?

Das Wichtigste ist, dass man keine Angst davor hat, mit Menschen zu arbeiten, die vielleicht eine neue Perspektive mit in ein Unternehmen bringen. Indem man ihre Geschichten auf ehrliche und authentische Art erzählt, schafft man Identifikationsfiguren, die mit vielen Vorurteilen aufräumen können. Das muss aber auch im Mainstream passieren und darf nicht nur in der Nische stattfinden, die das ohnehin weiß. 

Hast du einen Rat, den du früher selbst gerne gehört hättest?

Nicht zu versuchen, es allen recht zu machen, und seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn andere das vielleicht erst mal infrage stellen. Daran kann man gar nicht oft genug erinnern, auch sich selbst nicht. Außerdem: die Meinung anderer über dich, muss nicht zu Deiner Lebensrealität werden. 

Riccardo Simonetti Initiative e. V.

Die Riccardo Simonetti Initiative ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Aufklärungsarbeit zu leisten, Informationen zu vermitteln und Sichtbarkeit für marginalisierte und benachteiligte Menschengruppen in der Gesellschaft zu schaffen. Ziel der Initiative ist es, Menschen sowohl online als auch offline aufzuklären. Gleichzeitig wird der Verein bestehende Organisationen unterstützen – mit finanziellen Mitteln, aber auch mit Know-How. Gegründet wurde die Initiative 2021 von Riccardo Simonetti. Der Verein bündelt die Werte, für die sich Riccardo Simonetti seit vielen Jahren als öffentliche Person einsetzt. Er wird genauso seine Arbeit als Botschafter diverser Organisationen widerspiegeln und Synergien zu ihnen schaffen als auch komplett eigenständige Projekte verfolgen. Das permanente Ziel ist hierbei immer gleich: Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eine Stimme zu geben und nachhaltig einen Beitrag für mehr Toleranz und Gleichberechtigung zu leisten.

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Diversity Management

Gemeinsam kann das Ziel erreicht werden

ADM hat die Paradigm for Parity®-Initiative unterzeichnet und ist Partner der Charta der Vielfalt. Für das Umsetzen seiner DE&I-Ziele, Diversity, Equity und Inclusion, setzt das Unternehmen auf Mitarbeiterengagement. Wir sprachen mit RAin Dr. Malgorzata Anna Hartwig, LL.M., Legal Counsel EMEA bei ADM, warum das DE&I-Programm so erfolgreich ist.

Frau Dr. Malgorzata Anna Hartwig

ADM

Frau Dr. Hartwig, Sie arbeiten aktiv im DE&I-Committee von ADM mit. Was ist Ihre Mission?

Meine Mission ist, bei ADM ein Umfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeitenden den Freiraum haben, sich unabhängig von den individuellen Gegebenheiten einzubringen und zu entwickeln. Jede*r soll sich geschätzt fühlen und entsprechend unterstützt werden.

Warum ist DE&I für ADM so wichtig?

Es gibt für uns als global agierendes Unternehmen keine Alternative. Wir möchten uns weiterhin erfolgreich entwickeln und Mehrwert für die Gesellschaft und die Umwelt schaffen. Wir müssen auch durch globale Herausforderungen zum Beispiel in Bezug auf Klima, Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit navigieren und diese meistern.

Dafür ist ein diverses Team unentbehrlich. Gelebte DE&I heißt Ideenreichtum, bessere Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung und gesteigerte Produktivität.

Welche Maßnahmen konnten Sie bislang umsetzen und welche Ziele möchten Sie 2022 erreichen?

Für DE&I haben wir vier Säulen etabliert und treiben diese voran. Das sind „Leadership Engagement, Training & Communication”, „Recruiting”, „Networking Sponsorship” mit dem Mentoring-Programm, den ERGs (Employee Resource Groups) und „ Advancement & Retention”. Wir führen regelmäßig Gespräche mit den Entscheidungsträgern über den jeweiligen Status quo und Wege, wie wir Parität erreichen können.

Sie haben bei ADM Women’s ERG (mit-) aufgebaut, um Mitarbeitende zu stärken – Eine Gruppe, in der sich Mitarbeitende auf freiwilliger Basis austauschen und gegenseitig coachen können. Auch Workshops bieten Sie an. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht, bzw. wie ist das Feedback der Mitarbeitende?

Die Initiative Women‘s ERG haben wir Ende letzten Jahres ins Leben gerufen. Die ERGs sind „Bottom-Up-Movements“ – durch Mitarbeitende, für Mitarbeitende. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt ADM zu unterstützen, Parität bis zum 2030 zu erreichen und ist gleichwohl für Frauen und für Männer offen. Unser Ziel ist es, echte Gleichstellung zu schaffen. Das erreicht man nur durch die gemeinsame Anstrengung. Unser Motto ist: „Go together, go further“ – das gibt sehr gut wieder, was unser Ziel und unsere Arbeitsweise sind.

Die Initiative war von Anfang an sehr gut aufgenommen und ich bin sehr beeindruckt von dem Engagement und der Kreativität der Mitwirkenden! Aktuell haben wir über 400  Mitglieder in der EMEA-Region. Wir haben auch eine sehr lange Liste von Allys und Freunden der Initiative, für jedes Land berufen wir eine*n Country Ambassador, z.B. in Deutschland Sandra Seeger – sie leistet Großartiges. Die Beteiligungsquoten an europaweiten und lokalen Veranstaltungen und Diskussionsrunden sind sehr hoch, weil sich unter anderem die Themen und Formate an die realen Bedürfnisse der Mitarbeitenden richten.

Können Sie Gründe benennen, warum die ERGs so enorm erfolgreich sind?

Ich denke, es sind einerseits die Inhalte selbst, für die wir sehr positives Feedback bekommen, und andererseits die Möglichkeit, sich auf einer Plattform in geschützter Atmosphäre unkompliziert auszutauschen und über alle möglichen Grenzen hinweg zu vernetzen.

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Was planen Sie als nächstes, welche Vision haben Sie für die Weiterentwicklung des Bereichs DE&I bei ADM?

Auf jeden Fall weitermachen, die DE&I-Säulen weiter ausbauen, Kontakte und Zusammenarbeit mit externen Netzwerken weiter pflegen. Zuhören, implementieren, nachverfolgen, bis wir die Ziele erreicht haben.

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